Landesverband Schleswig-Holstein wird Mitglied im Zentralrat Deutscher Sinti und Roma: Langjährige Kooperation wird vertieft

Foto: Landesverband der Sinti und Roma. Nach der Annahme der Verfassungsänderung (von links nach rechts) im Kieler Landeshaus: Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), Romani Rose (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma), Matthäus Weiß (Landesverband Deutscher Sinti und Roma), Renate Schnack (Minderheitenbeauftragte der Landesregierung)

Der Verband Deutscher Sinti und Roma e. V. – Landesverband Schleswig-Holstein wird Mitglied im Zentralrat Deutscher Sinti und Roma.  Diesen gemeinsamen Beschluss fassten gestern die beiden Vorsitzenden der Verbände in Abstimmung mit den jeweiligen Vorständen.

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„Das Beispiel von Schleswig-Holstein sei vorbildlich“, erklärte Romani Rose im Anschluss an die Vereinbarung.  „Insbesondere war es die Kooperation mit dem Landesverband Schleswig-Holstein, die es möglich gemacht habe, dass in Schleswig-Holstein schlussendlich Sinti und Roma ebenso wie die nationalen Minderheiten der Dänen und Friesen in die Landesverfassung aufgenommen wurden.  Dieses war eines der wichtigsten Ziele der Bürgerrechtsarbeit.“  Am 14. November 2012 wurde in der Plenarsitzung des Landtages Schleswig-Holstein nach 22 Jahren und im sechsten Anlauf der Beschluss über die Änderung einstimmig gefasst. In Artikel 5 der Verfassung des Landes Schleswig-Holstein heißt es seitdem: 'Die nationale dänische Minderheit, die Minderheit der deutschen Sinti und Roma und die friesische Volksgruppe haben Anspruch auf Schutz und Förderung.'

Derzeit führt der Landesverband zusammen mit dem Zentralrat Gespräche mit der Landesregierung zur Schaffung einer Regelung, die auf Landesebene den Schutz und den Erhalt der Grabstätten von NS-verfolgten Sinti und Roma sicherstellen soll. Diese Grabstätten dienen als Familiengedächtnisstätten. Der Landesverband wird jetzt seine bisherige Kooperation weiter intensivieren und auf der nächsten Medien-Fachtagung des Zentralrates am 5. Dezember 2015 in der neuen Berliner Repräsentanz des Dokumentationszentrums Deutscher Sinti und Roma das Modell der Minderheitenvertretung im Rundfunkrat des NDR vorstellen.

Matthäus Weiß, 1. Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein, ergänzt abschließend: „Grade in einer Zeit, in der sich einige gesellschaftliche Gruppierungen wieder zunehmend radikalisieren, sind Bündnisse mit breiten Schultern und einer entschlossenen, starken Außenwirkung notwendig. Wenn sich sowohl verbale als auch tätliche Übergriffe erneut gegen Minderheiten, Migranten und flüchtende Menschen richten, ist es nur sinnvoll, dass wir uns zusammenschließen und Seite an Seite unsere demokratischen Werte verteidigen. Nicht zuletzt aus diesem Grund bin ich für die künftige Vertiefung unserer bisherigen vertrauensvollen Zusammenarbeit dankbar und für die Zukunft hoffnungsvoll.“

Quelle: Landesverband der Sinti und Roma in Kiel 

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