Hört uns zu: Krimtataren blockieren Grenzübergänge zur Krim


Russland hat mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim eine neue Eiszeit in der Beziehung zwischen Russland und der EU ausgelöst. 

Die größte Minderheit der Krim, die Krimtataren, können nur durch bedingungslose Anpassung an die neuen Machthaber, die durch das russische Militär abgesichert werden, überleben. Die Führung der Krimtataren wurde entweder des Landes verwiesen (Mustafa Dschemiljew und Refat Tschubarow) oder hat freiwillig die Krim verlassen. Die Krimtatarischen Medien haben ebenfalls auf Geheiss des Kremls ihre Berichterstattung aufgeben müssen.

Der territoriale Konflikt der Ukraine und Russlands um den Osten der Ukraine hat die Situation der Krimtataren in den Hintergrund drängen lassen. Bis auf Lippenbekenntnisse und Beteuerungen geschieht nichts, um das Leid der Krimtataren zu mindern.
Die Krim ist nicht der Kosovo - die Minderheit der Krimtataren zwischen allen Stühlen
Daher haben die Krimtataren sich entscheiden, am Montag bei den ukrainischen Ortschaften Tschongar, Tschaplinka und Kalantschak Strassensperren zu errichtet und die Hauptverkehrswege zur Krim zu blockieren. Am Montag stauten sich bis zu 800 Lastwagen vor Ort. Passieren dürfen lediglich Personentransporte. Ukrainische Sicherheitskräfte liessen die Aktivisten bis jetzt gewähren. Moskau und die Machthaber auf der Krim kritisierten die Aktion.

Hinter der Aktion stehen  Mustafa Dschemiljew und Refat Tschubarow  - der ehemalige und amtierende Vorsitzende der Krimtataren - sowie Elsara Isljamowa, die Generaldirektorin des ins Exil getriebenen krimtatarischen Fernsehsenders ATR.
Russland zieht Stecker: Krimtatarische Medien senden nicht mehr

Die Neue Zürcher Zeitung kommentiert:
Laut der Uno hat sich die Menschenrechtssituation auf der Krim seit der Annexion massiv verschlechtert. Es ist von willkürlichen Festnahmen, Verurteilungen, Folter und faktischer Ausschaltung der freien Presse die Rede. Unter Druck sind besonders die Krimtataren, welche unter Stalin 1944 von der Krim mit grausamem Blutzoll deportiert worden waren und erst ab den achtziger Jahren wieder in ihre Heimat zurückkehren durften. Die Repressionen und rassistischen Anfeindungen gingen jedoch weiter. 
Einen guten Überblick bietet die Gesellschaft für bedrohte Völker die jeden Monat die aktuelle Situation auf der Krim dokumentiert. 

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